Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse als Arzt in Österreich

Geeignete Berufsabschlüsse im österreichischen Gesundheitswesen

Die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen wird in Österreich als Nostrifikation bezeichnet.

Voraussetzung für eine Tätigkeit als Fachkraft oder zum Erhalt einer Arbeitserlaubnis ist am Ende die Anerkennung Ihres Berufsabschlusses. Nur dann ist eine Arbeitsaufnahme als Fachkraft, z. B. als Arzt, möglich.

In Österreich können ausländische Berufsabschlüsse im Gesundheitswesen nur anerkannt werden, wenn sie zu einem der folgenden österreichischen Berufsabschlüsse gleichwertig sind, z.B.:

  • Arzt / Ärztin
  • Zahnarzt / Zahnärztin
  • Klinischer Psychologe / Klinische Psychologin
  • Gesundheitspsychologe / Gesundheitspsychologin/li>
  • Psychotherapeut / Psychotherapeutin
  • Musiktherapeut / Musiktherapeutin
  • Hebamme
  • Logopäde / Logopädin
  • Orthoptist / Orthoptistin
  • diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger / diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester
  • Pflegehelfer / Pflegehelferin
  • Physiotherapeut / Physiotherapeutin
  • Biomedizinischer Analytiker / Biomedizinische Analytikerin
  • Radiologietechnologe / Radiologietechnologin
  • Diätologe / Diätologin
  • Ergotherapeut / Ergotherapeutin

Informationen zu den einzelnen Berufen finden Sie unter Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (https://www.bmgf.gv.at).

Vereinfachter Überblick über den Prozess der Anerkennung von Berufsabschlüssen in Österreich

Die Anerkennung ist zwar auf Bundesebene grundsätzlich geregelt, die konkrete Ausgestaltung obliegt jedoch den einzelnen Bundesländern. Das führt dazu, dass praktisch in jedem Bundesland leicht abweichende Anforderungen gestellt werden und die Abläufe teilweise unterschiedlich sind.

Bei der Anerkennung unterscheiden die Regierungen je nach Staatsangehörigkeit also zwischen EU-Bürgern sowie Bürgern von Drittstaaten. Am aufwändigsten ist die berufliche Anerkennung, wenn Sie aus einem „Drittstaat“ kommen. Im Gegensatz zur Anerkennung von anderen Berufsabschlüssen wird bei Ärzten kein Defizitbescheid erteilt. Damit wird die berufliche Ausbildung im Ausland also entweder als gleichwertig anerkannt oder nicht. Falls Ihre Ausbildung nicht anerkannt wird, werden Sie diesen Beruf in Österreich nicht ausüben können.

Anerkennungsverfahren als Arzt mit ausländischer Berufsausbildung in Österreich

Anerkennungsverfahren als Arzt mit ausländischer Berufsausbildung in Österreich

Zusätzlich kommt bei Ihnen als Arzt noch die verpflichtende Sprachprüfung bei der Österreichischen Akademie der Ärzte hinzu. Diese kann erst abgelegt werden, nachdem die zuständige Österreichische Ärztekammer den Antrag auf Anerkennung Ihres Berufsabschlusses mit positivem Ergebnis geprüft hat und eine Einladung zum Sprachtest versendet hat. Die Sprachprüfung wird abgenommen von der jeweiligen Österreichischen Akademie der Ärzte. Die erste Prüfung kostet etwa € 850, jede Wiederholung € 400. Näheres siehe unter Österreichische Akademie der Ärzte.

Ablauf und Inhalte der Sprachprüfung

Hier die Inhalte der Sprachprüfung laut der veranstaltenden Österreichischen Akademie der Ärzte:

 

„Die ÖÄK Sprachprüfung Deutsch besteht aus drei Teilen :

 

A.) Patientengespräch Anamnese und Therapie – mündlich

  • Beherrschen der „Laiensprache“ für Anamnese und Therapie
  • Präzise Instruktionen an den Patienten
  • Beantworten von Fragen des Patienten

B.) Kommunikation zwischen Kollegen und medizinischem Personal – mündlich

  • Kommunikationssituation zwischen Kollegen
  • Kommunikationssituation zwischen medizinischem Personal

C.) Kommunikation mit Krankenhaus-Verwaltungen, Behörden und mit anderen Gesundheitseinrichtungen (z. B. Rehabilitationszentren etc.) – schriftlich (30 Minuten, mindestens 100 Wörter)

  • Themenvorgabe z. B. Administration, Anträge/Begründungen für Beschaffungen, div. Anträge für Patienten etc.“

Quelle: ÖÄK: Inhalte der Sprachprüfung, Formatierung angepasst

Anerkennung von ärztlichen Fortbildungen

Ausländische Facharztfortbildungen können bei EU-Angehörigen oder Angehörigen des EWR und der Schweiz komplett anerkannt werden, wenn das ausländische Facharztdiplom im Anhang V der EU-Richtlinie 2005/36/EG aufgeführt ist.

Anerkennung ausländischer Facharztfortbildungen in Österreich

Anerkennung ausländischer Facharztfortbildungen in Österreich

Antragstellende aus Drittstaaten beziehungsweise mit Facharztdiplomen aus Drittstaaten können i.d.R. bestenfalls für einen Teil der Qualifikationen eine Anerkennung der Gleichwertigkeit erhalten und müssen dann noch eine Weiterbildung im anzuerkennenden Fach in Österreich sowie die abschließende Facharztprüfung absolvieren. Dem entsprechend werden auch auf einem Facharztdiplom aufbauende Tätigkeiten als Oberarzt oder Professor in Österreich normalerweise nicht anerkannt werden.

Die Tatsache der Nichtanerkennung von Facharztfortbildungen bei Drittstaatlern ist für viele interessierte Ärzte aus den entsprechenden Ländern ein schwerer Rückschlag. Sie fangen trotz möglicherweise langjähriger Tätigkeit im Heimatland in Österreich wieder als Assistenzarzt an. In solchen Fällen ist mit Genehmigung der zuständigen Regierung maximal eine Anerkennung gewisser Tätigkeitszeiten als Teilqualifikation für die Facharztprüfung möglich.

Aus diesem Grund sollte bei Ärzten mit ausländischer Ausbildung im Zweifel die Bereitschaft vorhanden sein, wie nach dem Abschluss des Studiums wieder als Assistenzarzt neu zu beginnen. Sollten Sie sich trotzdem für die Migration nach Österreich entscheiden, kann es unter Umständen ein interessanter Einstieg sein, für eine begrenzte Zeit als wissenschaftlicher Assistent an einer Universitätsklinik zu arbeiten. So können Sie Ihr Deutsch auf das geforderte Niveau der Sprachprüfung bringen. Außerdem können Sie zumindest fachnah arbeiten und lernen möglicherweise schon Ihre künftigen Kollegen kennen. Nach erfolgreicher Anerkennung und Sprachprüfung können Sie dann als anerkannter Assistenzarzt dort weiter arbeiten.

Unsere Empfehlung für Sie

Wir raten Ihnen dringend, noch in Ihrem Heimatland – vor dem Weg nach Österreich – Ihre Deutschkenntnisse auf mindestens B2, besser C1-Niveau zu bringen. Wir empfehlen Ihnen die Zusammenarbeit mit renommierten Anbietern wie

Sie können dazu neben allgemeinen Sprachkursen auch spezielle Kurse buchen, z. B. telc Deutsch für Mediziner. Wir empfehlen bis B2 zunächst allgemeine Sprachkurse. Dann kann eine fachsprachliche Vertiefung sinnvoll sein. Diese Vertiefung kann auch teilweise im Selbststudium vorbereitet werden. Wir empfehlen dazu folgendes Buch:

Böck, Melanie; Rohrer, Hans-Heinrich: Kommunikation im Krankenhaus B1/B2. München: Klett-Langenscheidt 2015, ISBN 978-3-12-605 162-0.

Für die Fachsprachprüfung finden Sie ein unverbindliches Beispiel unter Beispiel Fachsprachprüfung für Ärzte.

Kommen Sie mit Sprachkenntnissen unter einem sehr soliden B2-Niveau nicht nach Österreich mit dem Ziel, hier als Arzt arbeiten zu wollen! Andernfalls kann dies für Sie ein sehr teures und am Ende nicht zum Ziel der anerkannten Arbeit als Arzt führendes Abenteuer werden.

Legen Sie daher mindestens die B2-Sprachprüfung in Ihrem Heimatland nach anerkannten Standards des Goethe Instituts, ÖSD oder telc (GER) ab.

Bereiten Sie dann noch in Ihrem Heimatland alle Unterlagen im Original vor. Machen Sie in Ihrem Heimatland jedoch keine beglaubigten Kopien davon für deutsche Behörden. Diese werden regelmäßig nicht anerkannt (und kosten Sie damit unnötig Geld).

Sobald Sie die B2-Sprachprüfung erfolgreich erreicht haben, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf für alle weiteren Schritte der Anerkennung in Deutschland und die Migration nach Deutschland. Zahlen Sie keinesfalls irgendwelche Provisionen an Personen in Ihrem Heimatland, die Ihnen versprechen, Sie als Arzt nach Österreich zu bringen. Wir werden von unseren Kunden, den Krankenhäusern, bezahlt. Wir verlangen daher von Ihnen keine Vermittlungsgebühr. Leider erfahren wir immer wieder von unseriösem Vorgehen, durch das Sie sehr schnell sehr viel Geld verlieren können. Im Extremfall können Sie sich auch die Chance nach Österreich zu kommen gänzlich nehmen.

Bitte sprechen Sie uns an, damit wir Sie unterstützen können.

 

Wir sind kein Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen! Wir vermitteln ausschließlich in ein Anstellungsverhältnis direkt bei unseren Kunden!
 
Unser Service ist für unsere Kandidaten komplett kostenlos – wir verlangen keine Gebühren!

 

Ihr Ansprechpartner

Medizin | Recruiting | Migration Allgemein
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